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Personalisierte Medizin: Ein Strategiewechsel

von Prof. Dr. Theo Dingermann



Der Autor: Prof. Dr. Theo Dingermann


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Personalisierte Medizin: Ein Strategiewechsel (Teil 1)

Gendiagnostik verbessert die Therapieentscheidung

Dem aufmerksamen Beobachter von Gesundheitsthemen wird in jüngster Zeit überproportional häufig der Begriff „Personalisierte Medizin“ begegnet sein. Doch was genau steht dahinter?

In der Tat mag es befremdlich anmuten, dass in der heutigen Schulmedizin kaum „personalisiert“ behandelt werden soll. Jedoch ist das tatsächlich der Fall. Denn bei genauem Hinsehen werden in erster Linie Krankheiten und erst in zweiter Linie kranke Patienten behandelt. Bekanntlich sprechen wir von der Behandlung eines Hochdrucks, des Altersdiabetes, eines Brusttumors. Der individuelle Patient spielt dabei tatsächlich eine eher untergeordnete Rolle. Das ist alles andere als ein Vorwurf an die verantwortlichen Akteure. Bisher gab es nämlich kaum Möglichkeiten, den Patienten so in eine Therapieentscheidung mit einzubinden, wie das eigentlich nötig wäre. Denn schließlich gleicht kein Mensch dem anderen. Und bei genauem Hinsehen gibt es auch kaum identische Krankheitsbilder, auch wenn der Name einer Krankheit das suggerieren mag.

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Personalisierte Medizin: Ein Strategiewechsel (Teil 2)

Molekulare Medizin: Nutzen für den Patienten und Nutzen für den Wirkstoff

Mag der Nutzen einer stratifizierten Medizin für die Patienten noch einleuchten, scheint eine konsequente Stratifizierung für die Pharmazeutische Industrie, die einen innovativen Wirkstoff entwickelt hat, unattraktiv zu sein, da eine solche Strategie die Zahl der zu behandelnden Patienten strak einschränken wird. Ist das wirklich so? Wie profitieren Patienten und Pharmazeutische Industrie gleichermaßen von einem Strategiewechsel?

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Personalisierte Medizin: Ein Strategiewechsel (Teil 3)

Molekulare Medizin: Aufnahme und Ausscheidung sind Schlüsselfaktoren für die individuelle Arzneimittel-wirksamkeit und Arzneimittelverträglichkeit

Längst nicht jeder Wirkstoff, der im Reagenzglas und im biologischen Modell hervorragend funktioniert, wird auch beim Menschen „funktionieren“ oder wird von ihm vertragen. Und schon gar nicht lässt sich ein Wirk- und Verträglichkeitsprofil auf alle Menschen und Patienten übertragen. Der Grund liegt darin, dass der Wirkstoff zunächst sein Ziel im Organismus auf wesentlich komplizierterem Wege finden muss, um wirken zu können, als das im Reagenzglas der Fall ist. Zusätzlich muss er nach einer gewissen Zeit für die Ausscheidung vorbereitet werden, um ein möglichst gutes Verträglichkeitsprofil zu entfalten.

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Personalisierte Medizin: Ein Strategiewechsel (Teil 4)

Molekulare Medizin: Metabolismus

Gelangt ein Wirkstoff in den Organismus, wird dieser bemüht sein, dieses fremde Molekül möglichst schnell wieder zu eliminieren. Dies ist das Ergebnis einer langen evolutionären Entwicklung, denn die Natur hält ein riesiges Arsenal an gefährlichen Molekülen bereit, die auch in Quellen vorkommen, von denen sich der Mensch ernährt. Verantwortlich für die Eliminationsan-strengungen sind die Enzyme des metabolisierenden Systems, die sich in zwei Gruppen aufteilen lassen: Die Enzyme des Phase I-Metabolismus und die Enzyme des Phase II-Metabolismus.

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Personalisierte Medizin: Vor der Verordnung steht der Test (Teil 5)

Vorgeschriebene oder nachdrücklich empfohlene Gentests

Nach wie vor wird restriktiv darüber diskutiert, ob und in welchem Ausmaß genetische Informationen eines Patienten in eine Therapieentscheidung miteinfließen sollen. Man hat sich eingerichtet in der Evidenz-basierten Medizin, die auf der statistischen Auswertung von Daten von Patienten- oder Probanden-Populationen basiert, die entweder mit dem zu testenden Wirkstoff oder mit einem Scheinmedikament, einem Placebo, behandelt wurden. Und all das prospektiv und doppelblind.

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Personalisierte Medizin: Vor der Verordnung steht der Test (Teil 6)

Wer möchte, kann testen.

Ist eine Stratifizierung einer Arzneimitteltherapie bei innovativen, zielgerichteten Wirkstoffen heute weitestgehend akzeptiert, ist dies für ältere Wirkstoffe noch keineswegs der Fall. Das liegt u.a. auch daran, dass es vielfach noch an harten Evidenzdaten mangelt. Problematisch in diesem Kontext ist die Tatsache, dass die meisten der in Frage kommenden Wirkstoffe nicht mehr durch Patente geschützt sind, so dass kaum damit zu rechnen ist, dass im Rahmen kostspieliger klinischer Studien dieses Evidenzdefizit behoben wird.

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